In historischen Zeiten schützte das Stargarder Buch, vor dem südlichen Teil der Stadtwälle gelegen, als natürliche Barriere die Stadt, beispielsweise 1631, als Söldner des Tillyschen Heeres, „sich in das Stargardsche Bruch quartierten… konnten sie doch nichts ausrichten, sich auch im Bruch wegen des vielen Morastes nicht halten, nicht graben und schanzen“ – wie es in einem zeitgenössischen Bericht hieß. Erst als sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Bade- und Ausflugsbetrieb am Tollensesee entwickelten, wurden Entwässerungsgräben gezogen, während des 1. Weltkrieges sogar gefangene britische Offiziere dafür eingesetzt. Nach dem verheerenden Stadtbrand in den letzten Apriltagen 1945 verfrachtete man in den folgenden Jahren Teile des Trümmerschuttes ins Bruch. Das Kulturpark –Konzept aus dem Jahr 1968 schloss große Teile des Stargarder Bruchs mit ein. Jetzt erhielt das Terrain eine gärtnerische Gestaltung, einschließlich neuer Wege und verschiedener Freizeitangebote. Der südlich des Gätenbachs gelegene Teil wurde Trinkwassergewinnungsgebiet für die schnell wachsenden Stadt Neubrandenburg. Deutliche Grundwasserabsenkungen waren die Folgen. Das alles entwickelte sich zurück, als 1997 diese Nutzung aufgegeben wurde. Unerwartet schnell stieg das Grundwasser auf der ca. 45 ha großen Fläche inmitten der Stadt wieder an. Es entstand eine geradezu geheimnisvolle Teichlandschaft mit Ried- und Röhrichtflächen, offenen Wassern und Bruchwaldzonen. Schnell siedelte sich eine artenreiche Vogelwelt an, auch Fische, Lurche und Reptilien. Unter den vielen Vogelarten sind mehrere streng geschützte Arten wie der Rohrschwirl oder die Wiesenweihe zu finden. Auch als Rastplatz durchziehender Wintergäste besitzt das Gebiet Bedeutung.