Zwischen Blumenholz / Weisdin im Süden und Neubrandenburg im Norden erstreckt sich auf einer Länge von rund 15 km das Tollensebecken. In ihm „lagert“ lang hingestreckt in fast genauer Nord–Süd–Richtung der Tollensesee, mit seiner 17,9 km² großen Seefläche einer der größten Seen Mecklenburgs. Er ist 10,26 km lang, bis zu 2,4 km breit und an einigen Stellen über 30 m tief. Seine durchschnittliche Wassertiefe beträgt 17,30 m.

Das Einzugsgebiet des Tollensesees ist 515 km² groß. Gemeint ist damit das Areal, aus welchem die Zuflüsse zum Tollensesee kommen. Das sind der Gätenbach (im Stadtgebiet von Neubrandenburg), der Lindebach, der Nonnenbach aus dem Wanzkaer See kommend und mit einer Wassermenge von 0,57qm/s der stärkste Zufluss, weiterhin der Krickower Bach, der Ziemenbach und der Zippelower Bach beide in die Lieps mündend, sowie der Wustrower Bach in der Ortslage Wustrow. Lieps und Tollensesee sind durch den "Neuen Graben" im NSG Nonnenhof und durch den Lieps-Kanal mit einander verbunden. 
Der Tollensesee entwässert nur in der Ortslage Neubrandenburg über zwei Abflüsse – den Ölmühlenbach und den Oberbach. Von der Vierrademühle an heißt das Gewässer Unter– oder Niederbach und nachdem es sich mit dem Ölmühlenbach vereinigt hat – Tollense-Fluss. Der Ölmühlenbach zweigt seit seiner Verlegung jetzt vom Oberbach ab.

Den Wert dieses Geschenks der Natur erkannten bereits die hier siedelnden Slawen. Dafür sprechen die durch archäologische Forschungen nachgewiesene große slawische Siedlungskammer an der Lieps und die Hinweise auf die – bis heute zwar umstrittene – Lage des bedeutenden Heiligtums der Slawen, Rethra, in dieser Gegend. Den Fischreichtum des Sees schätzten sowohl die Slawen als auch die Mönche des seit Anfang des 13. Jahrhunderts in Broda ansässigen Prämonstratenser–Klosters. Letztere stritten sich wiederholt mit den Ratsherren von Neubrandenburg um die Fischereirechte.

Ernst Boll (1817–1868) nannte in seiner 1853 erschienenen „Beschreibung der Tollense“ fünfzehn Fischarten: Aal, Aalquappe, Wels, Stint, Hecht, Karausche, Schlei, Blei, Güster, Witting, Rotauge, Plötze, Barsch, Kaulbarsch, Stichling und für die Lieps den Karpfen. Heute leben im See 22 Fischarten, wobei vor allem Nutzfische wie der Zander und die Kleine Maräne hinzugekommen sind.

Boll leitete im selben Text die Herkunft der Bezeichnung „Tollense“ vom slawischen Wort „dolenzia“ (Niederung) ab. Dieses Wort tauchte zuerst im Stiftungsbrief für das Bistum Havelberg aus dem Jahre 946 auf und bezeichnete dort einen Landstrich in hiesiger Gegend. Erst im Jahr 1271 hieß es in einer Urkunde direkt „stagnum Tolense“ (See Tollense). Ergänzend zu seiner schon immer geschätzten wirtschaftlichen Bedeutung entdeckte das 19. Jahrhundert die Vorzüge des Sees für Freizeit und Erholung und nutzte diese immer ideenreicher. 1884 beispielsweise startete der erste Ausflugsdampfer „Fritz Reuter“ zur Jungfernfahrt. Wenige Jahre später entstand das Augustabad mit der gleichnamigen Villenkolonie. Die verschiedensten anderen Wasserfahrzeuge eroberten den See – Ruderboote, Segelboote, Motorboote usw. Bis heute bietet der See für alle Arten des Wassersports beste Voraussetzungen.

Für die Geologen bietet sich das Tollensebecken seit rund 150 Jahren als lohnendes Studienobjekt dar. Verschiedene Theorien interpretieren den Mechanismus seiner Entstehung während der Eiszeit.

Wer den Tollensesee dann noch mit den Augen des Künstlers betrachtet, ob nun als Fotograf oder Maler, wird zu allen Jahreszeiten vom Farbenspiel des Wassers und der Wälder an seinen Ufern begeistert sein.