Dieses attraktive touristische Angebot, der Geopark „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“, wurde am 3. Juli 2002 auf einem kennzeichnenden Platz, den Hellbergen am Südende des Tollense-Sees bzw. der Lieps vom Umweltminister des Landes Mecklenburg–Vorpommern offiziell eröffnet. Der über 4800 km² große Geopark (= 21 % der Fläche des Landes Mecklenburg-Vorpommern) erhielt 2003 das Prädikat „Nationaler Geopark“. Er gehört damit zu den vier in Deutschland bestehenden geologischen Modellregionen, in welchen erdgeschichtliche Vorgänge allgemeinverständlich erlebbar gemacht und für einen landschaftsgebundenen Tourismus erschlossen werden sollen. Bereits im Herbst 2004 wurde der Geopark „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“ in den Kreis der Europäischen Geoparks und in das weltweite UNESCO–Netzwerk Nationaler Geoparks (Global Network of Geoparks) aufgenommen. Der „Geowissenschaftliche Verein Neubrandenburg e.V.“ als Träger des Geoparks bemüht sich einfallsreich und zäh, den einzigartigen eiszeitlichen Formenschatz der Region zu präsentieren, ihn als Basis für Besonderheiten der Regionalgeschichte zu deuten und seine Nutzung als natürliche Ressource bewahrend zu begleiten. Das wurde mit dieser internationalen Anerkennung belohnt.

 

Der Geopark reicht von Malchow im Westen bis zu den Brohmer Bergen und den Feldberger Seen im Osten, von der Kreisstadt Demmin im Norden bis zum brandenburgischen Fürstenberg im Süden. Hier wird geologisches Allgemeinwissen durch Erleben und Anschauen verbreitet und das Landschaftserlebnis Eiszeitlandschaft bewusst mit den unterschiedlichen Folgen des menschlichen Umgangs mit der natürlichen Umwelt konfrontiert.Das Tollensegebiet – mit See und Fluss – liegt im Zentrum des Geoparks „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“. Viele geologische Sehenswürdigkeiten sind hier vereint; in Neubrandenburg beispielsweise der Tollense-See, die beiden Findlingsgärten, mehrere große Einzelgeschiebe (Findlinge), die Stadtmauer als historisches und geologisches Anschauungsobjekt, das Lindetal mit dem ältesten, noch aktivem Kiessandtagebau in Mecklenburg –Vorpommern. Im Zusammenhang mit dem Bau der Berliner Nordbahn (Berlin–Neubrandenburg–Stralsund) wurde hier 1876/77 eine über 50 m mächtige Kiessandlagerstätte in einer eiszeitlich angelegten Schmelzwasserrinne aufgeschlossen, die bereits um 1900 bei Gesteins– und Fossiliensammlern einen fast legendären Ruf besaß. Heute sind die in den Kiessanden eingelagerten Torfbänder eine besondere geologische Sehenswürdigkeit. Sie bezeugen eine Warmzeit vor ca. 120 000 Jahren (Eem–Warmzeit). Durch Pollenanalysen sind Gehölze und wasserliebende Pflanzen in diesem Torf nachgewiesen, von denen wir heute wieder umgeben sind (Kiefer, Hainbuche, Eiche, Ulme, Hasel, Fichte u.a.).Die Ausstellungsstücke des Findlingsgartens „Hinterste Mühle“ stammen ebenfalls aus diesem Kiessandtagebau.

Seit 2004 führt eine 666 km lange Fahrradroute durch den Geopark – die „Eiszeitroute Mecklenburgische Seenplatte“. In neun Teilabschnitten wird diese wunderbare Natur– und Kulturlandschaft für Radler erschlossen (Radwandern). 
Besucher des Geoparks sollten beachten, dass verschiedene geologische Formen gemäß „Landesnaturschutzgesetz“ (1998) als „Geotope“ geschützt sind. Momentan ist Mecklenburg–Vorpommern das einzige Bundesland, welches den Geotopschutz landesgesetzlich verankert hat.

Zur aktuellen Situation:
Trotz dieser vorbildlichen Initiative des Geowissenschaftlichen Vereins e.V. gelang es nicht, die erforderliche finanzielle Unterstützung zu erhalten, um dieses interessante touristische Projekt weiterführen zu können. Die UNESCO-Anerkennung musste bereits im Herbst 2009 aufgegeben und das Neubrandenburger Koordinierungsbüro geschlossen werden.
Doch der Verein arbeitet weiter!
Anfragen telefonisch 0395/4224082 oder per e-mail : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!