Die Geologen bezeichnen sie als „nordische Geschiebe“ oder „erratische Blöcke“. Sie deuten damit an, dass diese uns so heimatlich anmutenden Gesteine Fremdlinge sind im Lande und einen weiten Weg hinter sich haben. Sie stammen aus den skandinavischen Gebirgen (Schweden, Norwegen, Finnland) und wurden in den verschiedenen Phasen der Weichselkaltzeit  durch das Eis tatsächlich bis nach Mitteleuropa „geschoben“. Diese energieintensive Transportmethode erzeugte die sympathischen „runden Ecken“ an den Findlingen. Durch ihre verschieden großen Körnungen und die roten, blauen, grauen oder grünen Farbtöne schimmern die Granite, Gneise oder Porphyre besonders schön, wenn sie ein frischer Regenguss gewaschen hat. Aber viele dieser „Findelkinder“ stecken noch in der mecklenburgischen Muttererde und bereiten als Feldsteine seit tausend Jahren den pflügenden Bauern mancherlei Kümmernisse.

Andererseits verwandelten die hier siedelnden Menschen die harten Steine in einen geradezu kulturprägenden Baustoff. Feldsteine dienten als Fundamente und Bausteine für Dorfkirchen, Burgen und Stadtbefestigungen. Sie quälten als „Kattenköppe“ ganze Generationen von Fuhrleuten und Fahrgästen, aber befestigten auch, zu Schotter oder Kopfsteinpflaster verarbeitet, die neuen Chausseen. Die mächtigsten unter den Findlingen bemühten schon in grauer Vorzeit die Fantasie unserer Vorfahren, denn Sagen und Märchen sind mit ihrem Vorkommen verknüpft. Die Riesen oder der Teufel haben sich an ihnen versucht, sie durch die Gegend geworfen und dabei angeblich Fuß- oder Fingerabdrücke auf ihnen hinterlassen.
In vorgeschichtlicher Zeit schichteten unsere Vorfahren große Findlinge zu riesigen Grabstätten auf („Hünengräber“, Großsteingräber) oder brachten im Schatten großer Steine ihren Göttern Opfer dar (Schälchensteine). Auch „Götter“ neuerer Zeit wurden nicht nur mit Marmor, sondern gelegentlich mit Grab- oder Gedenksteinen aus schlichtem Findlingsgestein geehrt, ebenso bedeutende Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst und Geschichte. Nicht zuletzt sind heute die erhalten gebliebenen großen Findlinge attraktive Naturdenkmale und bieten sich als Ausflugsziele an.

Die bekanntesten sind:

  • Riesenstein, Hünenstein, der Große Stein im Kleinen Mühlenholz bei Neubrandenburg; ca. 35 qm Volumen: grauer Wexö-Granit mit mehreren Schliffhohlkehlen durch den Transport aus Skandinavien) eingemeißelte Inschrift „Der König der Jahrhunderte“.
  • De groote Stein, ca. 6 km westlich der Stadt Neubrandenburg auf der Feldmark Blankenhof; ca. 42 qm Volumen; Gneis; Treppenstufen eingehauen, 2 Bohrlöcher, Rinnen mit alten Metallkeilen, die zum Spalten verwendet werden sollten.
  • Riesenstein ( Schälchensteine), ca. 500 m nördlich der Krappmühle bei Neubrandenburg; ca. 54 qm Volumen; grobkörniger Granit; mit kreisförmigen Vertiefungen ( Schälchen); einigen Bohrlöchern. Die Spalten sollen auf den Beschuss mit Panzerwaffen (1945) zurückgehen
  • Teufelsstein, „Landvermessers Ruh“; im Brodaer Holz direkt am steilen Westufer des Tollensesees zwischen Meiershof und Camping-Platz Gatsch-Eck, ca. 14 qm Volumen; rötlicher Granit.
  • Großer Stein, Opferstein oder Bismarckstein, am Rande des Klosterbergs in Altentreptow;  133 qm (sichtbarer Teil); mittelkörniger Granit aus Schweden. Mit ca. 177 qm, einschl. des in der Erde vermuteten Teils, ist er der größte Findling auf dem Festland von Mecklenburg-Vorpommern.
    In der Findlingscheune in Usadel erhält der Besucher fachkundige Informationen über die erdgeschichtlichen Vorgänge während der Eiszeit, die zum Reichtum an Findlingen in unserer Region führten (ein steinreiches Land!)