In fast genauer Nord-Süd-Richtung verlaufend, reichen die drei Landschaftsschutzgebiete Tollenseniederung, Tollensetal und Tollensebecken mit Tollensesee und –fluss von der welligen Grundmoräne um Demmin bis zur Hauptendmoräne des Pommerschen Stadiums der Weichselkaltzeit nördlich von Neustrelitz. Dieses rund 60 km lange und bis maximal 15 km breite Gebiet beherbergt einen so reichen eiszeitlichen Formenschatz, dass es Modellcharakter für geologische Vorgänge während der Eiszeit besitzt.

Die weiten Grundmoränenflächen im Rückland der Hauptendmoräne werden heute meist intensiv landwirtschaftlich genutzt. Doch auch hier sind interessante geologische Formen zu finden: Sölle und Seen als Toteisbildungen, von späteiszeitlichen Schmelzwässern angelegte Erosionsrinnen (Malliner Bachtal, Nonnenbachtal, Lindetal), Seerinnen (Tollensesee, Krickower See) und Flusstalungen (Tollensefluss, Landgraben). Die Hügel und Täler der Endmoräne gestalten ein abwechslungsreiches Landschaftsbild mit herrlichen Fernsichten (Aussichtspunkte). Mit den 138 m über NN des Keulenbergs im Waldgebiet Zechow erreicht hier die Hauptendmoräne eine für mecklenburgische Verhältnisse beachtliche Höhe. Interessante geologische Einzelobjekte wie große Findlinge, Fossilien enthaltende Gesteine, Schichtquellen (Beispiel: die Suhlquelle), Aufschlüsse in den Kiessandtagebauen u.a. erweitern die geologischen Studienmöglichkeiten.

 

Literaturempfehlung: