Wenn in Beschreibungen von Landschaftsräumen und naturkundlichen, besonders geologischen Sehenswürdigkeiten immer wieder von der „Eiszeit“ die Rede ist, bezieht sich diese Bezeichnung auf einen Zeitraum von rund 500 000 Jahren. In dieser langen Zeit wechselten sich mehrere Kalt– und Warmzeiten ab. In Mecklenburg–Vorpommern sind eiszeitliche Ablagerungen aus drei großen Kaltzeiten (Elster–, Saale– und Weichsel–Kaltzeit) und von zwei, diese Kaltzeiten trennende Warmzeiten gefunden worden. Vor allem die letzte Kaltzeit, die Weichselkaltzeit (ca. 115 000 – 10200 v. Chr.) mit dem Brandenburger, Frankfurter und Pommerschen Stadium, hinterließ im nordostdeutschen Raum reiche geologische Formenschätze, die noch heute als eindrucksvolle Landschaftselemente erlebbar sind (Eiszeitlandschaft). Mächtige Gletscher stießen aus dem skandinavischen Raum vor, nahmen Geröllmassen auf und setzten mitgeführte Gesteine (Findlinge) in den Abtauphasen hier ab. Die riesigen Wassermengen der abtauenden Gletscher, die in den Moränen eingelagerten, nun langsam abtauenden Toteisblöcke und nicht zuletzt der Wind führten das landschaftsgestaltende Werk fort.

Verglichen mit dem Alter unserer Erde (ca. 4,5 Milliarden Jahre) ist dieser Zeitraum der Weichselkaltzeit, welcher die Böden und die Oberflächengestalt unseres Landes so nachhaltig prägte, also sehr kurz und noch sehr jung.

Erst nach 10 200 v. Chr., als das Land wieder eisfrei war und sich günstigere klimatische Verhältnisse eingestellt hatten, besiedelten Pflanzen, Tiere und zuletzt Menschen die anfangs sicher noch reichlich unwirtlichen Räume neu.

Im Jahr 2002 wurde ein interessantes touristisches Projekt ins Leben gerufen – der Geopark „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“. In seinen 4880 km² sind nicht nur Gebiete des Tollensebeckens enthalten, sondern auch weiter entfernt liegende, beispielsweise um Teterow, Schwichtenberg, Feldberg, Malchow. Dieses geologische Naturerbe soll stärker als bisher für den Tourismus genutzt und dabei auf anregende Weise naturkundliches Wissen vermittelt werden.