Früher vor den Toren der Stadt, heute im Stadtzentrum gelegen, begleitete die Mühle die über 750jährige Geschichte der Stadt Neubrandenburg in alle Höhen und Tiefen und mit allen technischen Veränderungen, welche die Zeiten mit sich brachten.

Die erste Nachricht von ihr entstammt einem Grundbesitzstreit aus dem Jahr 1271 zwischen der 1248 gegründeten Stadt Neubrandenburg und dem benachbarten Kloster Broda. Wie an einem Balken des heutigen Mühlengebäudes zu lesen ist, (die Jahreszahl ist allerdings nicht korrekt angegeben), gehörte die Mühle zuerst der Familie des Stadtgründers Herbord von Raven (gest. vor 1287). Die Wasserverhältnisse wurden geschickt genutzt. Der Tollensesee diente als Mühlenteich. Seine nie versiegenden Wassermassen wurden über einen künstlichen Kanal, heute der Oberbach, der Mühle zugeführt. Zusätzlich wurde der Lindebach so um die Stadt herum geleitet, dass er die Wallgräben füllte und außerdem die vier unterschlächtig betriebenen Wasserräder diese Mühle (und die weiterer Mühlen vor der Stadt) mit in Gang setzte. Im Jahr 1705 kam die Mühle in den Besitz der Familie Moncke, welche die Mühle rund 250 Jahre lang bewirtschaftete und zur leistungsfähigsten Getreidemühle in Mecklenburg–Strelitz ausbaute. In DDR–Zeiten wurde die Mühle verstaatlicht und zu einem Volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt. Um Repressalien zu entgehen, flüchtete die Familie Moncke vorher nach Westdeutschland.

Verglichen mit anderen Mühlen war die Vierrademühle vergleichsweise spät auf elektrischen Strom umgerüstet worden (1958/1959 und 1965–1968). Sie erfuhr dabei eine technische Grundüberholung und wurde damit auf den neuesten Stand gebracht, so dass sie als Leitbetrieb der Getreidemühle im Bezirk Neubrandenburg vor allem Roggen– und Weizenmehl für die großen Back– und Teigwarenwerke im Umkreis produzierte. 1993 ging sie auf Grund vom Rückübertragungsansprüchen erneut in den Besitz der Familie Moncke über. Im Jahr 2001 musste die Mühle leider aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt werden und kam zum Verkauf. Der neue Besitzer entwickelte mutig ein völlig neues Konzept für das gesamte Terrain und ließ die respektablen Gebäude dieser geschichtsträchtigen Industriestätte sanieren. Sie dienen nun den unterschiedlichsten kommerziellen Zwecken [Bildungsstätte, Gaststätten, Dienstleistungen (Anwaltsbüro, Ingenieurbüro, Hoffriseur), Fotogalerie Lichthof.

Auf diesem Weg blieb das Mühlenareal glücklicherweise dem Stadtbild erhalten, ja ist sogar zu einem besonderen Schmuckstück geworden.

Beachtenswert ist ein Naturdenkmal am Hauptgebäude der Mühle – eine riesige Efeu–Wand.