Nur eine halbe Wanderstunde vom Sozial– und Jugendzentrum Hinterste Mühle entfernt liegt in Richtung Burg Stargard am idyllischen Wanderweg durch das Lindetal der Platz der ehemaligen Papiermühle. Wir haben es mit einem sehr interessanten historischen Industriestandort zu tun, dessen verfallende technische Anlagen leider viel zu spät gesichert wurden. So sind hier nur noch Reste der Papiermühle zu sehen. Inzwischen ist das Wenige zur Besichtigung hergerichtet und mit Informationstafeln versehen.

Die Mühle wurde 1760 erbaut. Der Erbauer stammte aus einer Schweizer Papiermacherfamilie und konnte auf reiche Berufserfahrungen verweisen, als er sich im Herzogtum Mecklenburg–Strelitz niederließ. Hier war der Bedarf an Papier wie überall im 18. Jahrhundert rasant gestiegen. Fast einhundert Jahre wurde hier handgeschöpftes Papier mit Wasserzeichen hergestellt. 1778 wurde die Papiermühle von Johann Friedrich Wilhelm Krüger gepachtet und war dann seit 1781 direkt in Besitz der Familie Krüger, in deren Händen sie rund 170 Jahre verblieb. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der gesamte Betrieb modernisiert, Papiermaschine und Dampfmaschine eingesetzt. Die Familie Krüger führte den Betrieb bis 1940, dann war er für 3 Jahre verpachtet, bevor er stillgelegt wurde. Zwischen 1945 und 1951 wurde die Dampfmaschine nochmals in Gang gebracht, um Dach– und Isolierpappe zu produzieren. Danach kam die endgültige Stilllegung. Die Gebäude wurden zu Wohnzwecken hergerichtet, aber Mitte der 1960er Jahre zogen die letzten Bewohner aus. Nun begann der Verfall.