Die Mühlenbaukunst war den slawischen Einwohnern unbekannt. Erst die deutschen Siedler des 11. –13. Jahrhunderts brachten die Kenntnisse aus ihrer alten Heimat mit. Im Manufakturzeitalter war das Wasserrad die Hauptantriebsmaschine und bewegte Getreide–, Säge–, Öl–, Pulver–, Kupfer–, Loh– oder Papiermühlen. Selbst, als mit der Erfindung der Dampfmaschine (1769 in England, 1785 erste deutsche Dampfmaschine) das Zeitalter der industriellen Revolution „eingeläutet“ wurde, konnte sich das Wasserrad noch erstaunlich lange halten und Modernisierungen erfahren. Eiserne Wasserräder wurden gebaut. Wasserturbinen erzeugten den elektrischen Strom, der für den Mühlenbetrieb gebraucht wurde.

Die Wassermühle nutzt die Energie des strömenden Wassers und ist damit eine äußerst ökonomisch arbeitende Antriebsmaschine, vorausgesetzt, es ist stets genug Wasser da. Das wurde, selbst im wasserreichen Norddeutschland, im Sommer gelegentlich zum Problem, denn die strömungsreichsten Wasserläufe sind hier die kleineren Flüsse und Bäche, die nicht zu jeder Jahreszeit genügend Wasser führten. Es mussten die topographischen Gegebenheiten des Landes klug genutzt werden, um den Wasserzufluss zuverlässig zu gestalten. So fungierten beispielsweise der Wanzkaer See für die vier Mühlen am Nonnenbach oder der Tollensesee für die leistungsfähige Vierrademühle in Neubrandenburg als „Mühlenteich“.

Erst nach 1900 begann die Zeit des „Mühlensterbens“, in den einzelnen deutschen Regionen allerdings mit unterschiedlichem Tempo. Es erreichte nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Höhepunkt, wofür es in der Mühlengeschichte unserer Umgebung leider viele Beispiele gibt. Heute sind die Mühenstandorte bestenfalls gern besuchte Technische Denkmale, in den meisten Fällen ruinöse Orte oder – schlimmstenfalls – nur noch ein Hinweis auf einer Wanderkarte.