In der Tat kann sich Neubrandenburg glücklich schätzen, mit den vier Stadttoren herausragende Bauwerke der Backsteingotik zu besitzen. Sich deshalb als „Stadt der vier Tore“ zu präsentieren ist mehr als gerechtfertigt. Mit dem reichen Backsteinschmuck der Außentore dürfte sich die Stadt den ankommenden Reisenden in historischen Zeiten als wohlhabend und kulturvoll empfohlen haben.

Nachdem die Wall- und Wehranlage als Stadtbefestigung ihre Funktion verloren hatte und 1701 das Herzogtum Mecklenburg–Strelitz entstanden war, wurden in allen vier Toranlagen Torhäuschen aus Fachwerk eingebaut. Hier wurden die Zölle kassiert, hatten Torschreiber oder Torwächter ihre Behausung.

1863 wird die Tor– und Zollsperre in Neubrandenburg aufgehoben. Bis dahin waren die Tore im Sommer zwischen 22 und 5 Uhr und im Winter zwischen 20 und 8 Uhr geschlossen. Aber noch rund weitere einhundert Jahre lang führten die Hauptverkehrsadern der Innenstadt durch diese vier Stadttore.