Die Stadtmauern waren als Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlagen über Jahrhunderte die wichtigste Schutzeinrichtung für eine städtische Gemeinschaft. Sie waren Bebauungs– und Kontrollgrenzen. Nur an den Stadttoren gab es Ein– bzw. Ausgangmöglichkeiten. Für mitgeführte Güter oder Handelswaren musste an diesen Stellen Zoll gezahlt werden.
Die Stadtmauer in Neubrandenburg ist ein fast vollständig erhaltenes historisches Baudenkmal und in den vergangenen Jahrzehnten durch ein umfangreiches Sanierungsprogramm in besten Zustand versetzt worden.

Die Mauer ist fast kreisrund und 2300 m lang. Mit ihrem Bau ist um 1300 begonnen worden. Die unbehauenen Feldsteine wurden meisterhaft vermauert. In horizontalen Abständen von 50 bis 60 cm sorgte eine Ausgleichsschicht für bessere Stabilität. Am Mauerfuß ist das Bauwerk zwischen 140 cm bis 170 cm stark. Es verjüngt sich nach oben auf 60 cm. Hier wurde es durch eine aus Backsteinen sorgfältig gemauerte Mauerkrone abgeschlossen und so vor Witterungseinflüssen geschützt.

Die Mauer war ca. 7 m hoch, eine Höhe, die sie noch heute an vielen Stellen erreicht. Anders als in ähnlichen Befestigungsanlagen gab es hier keinen Wehrgang, sondern 56 in die Mauer eingelassene Wiekhäuser.

Auf Initiative von Mitgliedern des Museumsvereins Neubrandenburg stellt die Stadt im Februar 1996 einen kleinen Teil der südöstlichen Stadtmauer unter Schutz. Die hier noch gedeihende "Mauerrautenflur" wurde zu einem botanischen Naturdenkmal erklärt