Die begrünten Wallanlagen der Stadt Neubrandenburg sind zusammen mit Stadtmauer, Fangelturm (auch Mönchenturm), Wiekhäusern und Stadttoren in so seltener Geschlossenheit erhalten, dass wir sie als Einmaligkeit im norddeutschen Raum bezeichnen können. Wer aus der Vogelperspektive auf die Stadt blickt, kann den fast kreisrunden grünen Schmuck der Innenstadt am besten wahrnehmen. Allerdings wird er heute nicht mehr allein von den in der Vergangenheit so sehr bewunderten knorrigen, uralten Eichen gebildet, sondern Eichen jüngeren Datums, dazu Kastanien, Linden, Rotbuchen, Blutbuchen u.a. wachsen nun auf den Wällen. Der Bewuchs mit Bäumen ist seit Ende des 16. Jahrhundert überliefert. In den vorangegangenen Jahrhunderten durften weder Bäume noch Sträucher das Schussfeld vor der Stadtmauer behindern, denn die Wälle besaßen eine wichtige Funktion im System der Wehranlagen. Gräben und Wälle verhinderten, dass in Kriegszeiten Belagerer mit ihrer Kriegsmaschinerie zu schnell an die Stadtmauer heran kamen. Die Gräben waren mit Wasser gefüllt.

Die aufgeschütteten Wälle sind an manchen Stellen selbst jetzt noch bis zu vier Meter hoch und von der Stadtmauer zwischen 20 m und 30 m entfernt. Die Wallanlage insgesamt ist an manchen Stellen bis zu 100 m breit.

Nach einer über mehrere Jahre andauernde Sanierung und Rekonstruktion bieten sich heute die Wallanlagen um die Innenstadt mit Spazierwegen, Spiel– und Ruheplätzen und schönen Sichten auf die Stadtmauer in einem attraktiven Zustand dar.