Die Baugeschichte der Stadtkirche Sankt Johannes in Burg Stargard verlief etwas anders als die in den anderen hier vorgestellten Städten. Sie begann mit einem kleineren Bau aus Feldsteinen, so wie es in einer dörflichen Siedlung in ersten Drittel des 13. Jahrhunderts üblich war. Als das Angerdorf unterhalb der Burg 1259 Stadtrecht erhielt, wird sich das sicher auf den Kirchenbau ausgewirkt haben. Der vorhandene Bau wurde zu einer flachgedeckten Pfeilerbasilika erweitert, deren Nordseite noch aus Feldsteinen gemauert war, aber deren Südseite schon Backsteinpfeiler hatte. Der wenige Jahre danach angebaute Rechteckchor bestand bereits ganz aus Backsteinen. Um diese Zeit soll die Kirche noch einen Turm aus Feldsteinen gehabt haben. Beim großen Stadtbrand 1758 ging das Bauwerk fast völlig zugrunde, wurde aber bis 1768 in barocker Manier wieder aufgebaut und am 24. Oktober 1770 in Gegenwart des regierenden Herzogs Adolf Friedrich IV. („Dörchläuchting“; 1738–1794)) vom Landessuperintendenten Andreas Gottlieb Masch (1724–1807) geweiht. Aus dieser Zeit stammen der wertvolle Kanzelaltar mit Schnitzfiguren, das Gestühl und die umlaufende Empore. Über einhundert Jahre lang hatte der Kirchenbau keinen Turm. Erst 1894 wurde der heutige neugotische quadratische Backsteinturm nach dem Entwurf von Baumeister Paul Köppel errichtet. Vor wenigen Jahren erfuhr der Bau wieder eine umfangreiche Sanierung und bietet sich jetzt in sehr gutem Zustand dar.
Die Grüneberg-Müller-Orgel war in die Jahre gekommen, manche hatten sie schon abgeschrieben. Doch der Kirchgemeinderat fasste den Entschluss, eine Restaurierung zu unternehmen. An der Finanzierung waren die Gemeinde mit Eigenmitteln (durch Spenden eingeworben), die Landeskirche und die Denkmalpflege beteiligt. Am 1. Mai 2011 wurde die restaurierte Orgel geweiht und damit ihrer Bestimmung übergeben.