Alle Kirchen der Landstädte im Tollensegebiet sind bedeutende Bauwerke der Backsteingotik und prägende Elemente des Stadtbildes, allen voran die prächtige Marienkirche / Konzertkirche in Neubrandenburg. Diese Bauten verkörpern noch heute christliches Glaubensbekenntnis, Kreativität, künstlerisches Empfinden und nicht zuletzt bautechnisches Leistungsvermögen. Vielleicht lassen diese Kirchenbauten – neben den trutzigen Feldsteinkirchen in den Dörfern – am ehesten etwas von der Leistungskraft der Gründergeneration des 12. und 13. Jahrhunderts erahnen. Aus Ton und Lehm Ziegelsteine brennen zu können, war eine Verfahrensweise, welche die eingewanderten geistlichen und weltlichen Baumeister und Handwerker aus ihren Herkunftsländern (u.a. Holstein, Ost– und Westfalen, Niedersachsen) mitbrachten. In Norddeutschland fanden sie die erforderlichen Rohstoffe in reichem Maße vor. Klöster und Städte besaßen eigenen Ziegeleien, sogenannte Ziegelhöfe. Die „Ziegler“ formten nicht nur die Steine im großen Klosterformat per Hand, sondern auch die Formsteine, mit welchen das für die Backsteingotik so typische fantasievolle Maßwerk gemauert wurde. Kriege und Stadtbrände gingen an den Kirchen nicht spurlos vorüber. So veränderten die Zeiten das Äußere und vor allem die Innenausstattung. Manches wurde durch den verschiedenartigen künstlerischen Zeitgeschmack beeinflusst, etwa bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten, die an den Stadtkirchen im 19. Jahrhundert vorgenommen wurden. Dabei hinterließen so bedeutende Baumeister wie Friedrich August Stüler (1800–1865) und Friedrich Wilhelm Buttel (1796–1869) ihre Handschriften.