Ob jemand vermutet, dass sich hier am südlichen Rand des Tollensebeckens einer der ältesten englischen Landschaftsparks Europas befindet? Gemeint ist der Park des Schlosses Hohenzieritz. Heute gehört er zu den bedeutendsten Gartendenkmalen Mecklenburg–Vorpommerns, vielleicht ganz Deutschlands. Von 1771 an wurde er planmäßig angelegt und ausgestaltet. Der englische „Gartenkünstler“ Archibald Thompson gab ihm das Grundgerüst eines Landschaftsparks. Teiche wurden ausgehoben und durch Rohrleitungen verbunden. Das natürliche Gefälle des Geländes bot sich für die Gestaltung eines Wasserfalls an. Ein Borkenhäuschen und eine Moschee wurden gebaut (und sind längst wieder verschwunden), eine Stützmauer aus Feldsteinen umschloss das Areal.

Neben einer stattlichen Reihe von Gärtnern, haben die Zeitgeschichte und das persönliche Schicksal seines Eigentümers, Herzog Carl II. von Mecklenburg–Strelitz (1741–1816), am Park weiter geformt. Das Denkmal für seine beiden verstorbenen Ehefrauen und seine fünf verstorbenen Kinder ließ der Herzog bereits 1798 errichten, zwischen 1812 und 1815 dann den Luisentempel. Er ist dem Andenken seiner 1810 in Hohenzieritz verstorbenen Tochter, die preußische Königin Louise (Luise) (1776–1810), gewidmet. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wechselten Zeiten der Vernachlässigung mit Versuchen der Pflege und Umgestaltung. Heute ist dieser Park einen Besuch wert, weil an seinem Erscheinungsbild abzulesen ist, wie sehr Zeitgeschmack und Zeitgeschehen selbst in einer so friedliche Einrichtung wie einem Park ihre Spuren hinterlassen.
Die zwei Jahre andauernde Sanierung des Parks ist abgeschlossen! Der Wasserfall wurde bei den Aufräumarbeiten wieder entdeckt und rekonstruiert, das schöne Denkmal in Stand gesetzt, die Begrenzungsmauer nach englischem Vorbild neu aufgesetzt und der Rosengarten neu angelegt.
Ein Parkerlebnis der Extraklassen erwartet Sie hier!