Wohlgestaltete Garten– und Parkanlagen gehörten zur Reputation des Landesfürsten wie zu der seiner Landadligen. Allerdings rangierten beim Gartenbau selbst in diesen Kreisen oft wirtschaftliche Erwartungen vor künstlerischen Ambitionen. Bei den Bürgern in den Landstädten sowieso. Hier waren es erst die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen „Verschönerungsvereine“, welche die Aufmerksamkeit der Bürger auf eine gepflegte und gestaltete Umwelt lenkten und praktische Schritte dazu einleiteten.

Um die Wende zum 19. Jahrhundert gingen immer mehr Gutsbesitzer, allen voran die ersten bürgerlichen, zu fortschrittlicheren landwirtschaftlichen Produktionsmethoden über. Dadurch stiegen ihre Einkünfte wesentlich. Besonders in den zwei Jahrzehnten nach dem Ende der Befreiungskriege (1815) und der Aufhebung der Leibeigenschaft (1820) gelang es mehreren adligen Familien, sich finanziell zu sanieren. Sie waren in der Lage, den oft verstreut liegenden Familienbesitz zusammenzuführen und die ehemaligen Lehngüter in vom Landesherren unabhängigen Familienbesitz umzuwandeln. Damit verbunden war oft der Wunsch, das Herrenhaus bzw. die gesamte Gutsanlage aufzuwerten und zu modernisieren. Hatten die Vorgängerbauten meist kleinere Nutzgärten (Küchengärten) oder kleine „Lustgärten“ oder beides besessen, wurde jetzt auf repräsentativere Gärten und Parkanlagen wert gelegt. In England fand man in dieser Zeit nicht nur Vorbilder für die Architektur der Häuser („Tudorgotik“), sondern ebenso für die Parkgestaltung. Der englische Landschaftspark kam „in Mode“. Natürlich waren bei der Anlage von Parks und Gärten vor allem persönliche Neigungen und das Schönheitsempfinden der Eigentümer maßgebend.

Im Gegensatz zum sogenannten Architekturpark, für welchen geometrische, architektonische Formen maßgebend waren (etwa im Barockgarten), wurde der Landschaftspark nach Linien, Formen und Elementen der freien Landschaft gestaltet, dieses allerdings oft in idealisierter Form.

Der ländliche Landschaftspark verband die Gartenräume in unmittelbarer Nähe des Guts– und Herrenhauses mit der umgebenden Landschaft. Diese Häuser waren die wichtigsten Bezugspunkte. Alleen führten auf sie zu. Vom Gutshaus aus blickte man hinaus in die Umgebung. Die Gartenseite des Hauses korrespondierte mit bunten Wiesenflächen, verwunschenen Teichanlagen und ehrerbietigen Gehölzgruppen. Wertvolle ausländische Gehölze fanden Platz – Gingkobaum, Tulpenbaum, Traueresche, Pyramideneiche, Weymoutskiefer, Riesenlebensbaum u.v.a. Stattliche, alte Einzelbäume wurden freigestellt und entsprechend präsentiert. Im Park gab es kleine Bauten wie Pavillons, Brücken, Bankgruppen. Viele ländliche Parks waren mit einer Mauer aus Feldsteinen oder einem gusseisernen Zaun umfriedet.

Parks und Gärten verändern sich nicht nur durch das natürliche Wachstum der Bäume, Sträucher, des Rasens und der Blumen, sondern sind ebenso dem Zeitgeschmack und dem Zeitgeschehen ausgeliefert. Um 1900 beispielsweise wurden Gartenanlagen bereits nach Vorlagen in Musterbüchern und Gartenzeitschriften gestaltet. Die Staudengärtnerei trat ihren Siegeszug an.

Gutshäuser kamen in den Jahren um die Wende zum 20.Jahrhundert immer häufiger in finanzkräftige bürgerliche Hände und diese setzten auf den Landgütern Gestaltungsvorbilder aus den Städten um, etwa dem Beispiel der sogenannten Villengärten folgend.

In der Region um den Tollense-See sind einige Beispiele für historische Parkanlagen zu finden, doch auch Park- und Gartenanlagen neueren Datums.

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