Von den Klöstern im Tollensegebiet bietet dieses in Neubrandenburg die am besten erhaltene Bausubstanz.

Glücklicherweise überstand das Refektorium (ehemaliger Speisesaal) die Brände und Kriege in seiner über siebenhundertjährigen wechselvollen Geschichte verhältnismäßig unversehrt, selbst die schlimmen Tage Ende April 1945, als über 80 % der Neubrandenburger Innenstadt in Schutt und Asche fiel.

 

Leider sind die schriftlichen Zeugnisse über das Kloster rar. Gegründet wurde es um 1260 durch den Orden der Franziskaner, der sich auf den Heiligen Franziskus (Franz von Assisi; 1181–1226) beruft. Demut, Bescheidenheit, Verzicht auf irdische Güter und tatkräftige Hilfe für Arme und Bedrängte, beispielsweise für die Pest– und Leprakranken, waren Säulen seines Bekenntnisses. Damit stand der Orden den ärmeren Volksschichten nahe und fand in den sich rasch entwickelnden Städten ein breites Betätigungsfeld. Dieser Bestimmung blieb das Franziskanerkloster bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts verbunden, obwohl es als Kloster bereits 1552 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. Seit 1567 dienten die Gebäude als Hospital und Armenhaus, besonders für verarmte Adlige. Später war es ein städtisches Altersheim. Von der gesamten Anlage sind heute noch zwei Gebäude vorhanden, deren Gemäuer in den Anfangszeiten des Klosters zusammengefügt wurden. Die Nordseite des rund 770 m² großen Klosterhofes wird durch das bereits erwähnte Refektorium eingenommen, die Südseite durch die St. Johannis-Kirche. Vom früheren Dormitorium (ehemaliger Schlafsaal) an der Ostseite steht nur noch ein Mauer– und Kreuzgewölberest, das westliche Gebäude ist ein verputzter Fachwerkbau aus neuerer Zeit. Beim Refektorium handelt es sich um einen frühgotischen, gewölbten zweigeschossigen Backsteinbau, der um 1300 entstand. Sein Kreuzgang umschloss ursprünglich den gesamten Klosterhof.


Im Refektorium wurde am 10.September 2013 die neue Stadtgeschichtliche Ausstellung des Regionalmuseums eröffnet, womit ein Jahrzehnte alter Vorschlag und ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit wurde.
Sie ist das Ergebnis einer länderübergreifenen Zusammenarbeit in der Euro-Region Pomerania.
Hier ein kurzer Blick auf die Vorgeschichte:
Neubrandenburg und Stargard Szczeciński unterzeichnen Partnerschaftsurkunde für deutsch-polnisches Projekt:
Neubrandenburgs Oberbürgermeister Dr. Paul Krüger und Slawomir Pajor, Präsident der Stadt Stargard Szczeciński unterzeichneten im Neubrandenburger Rathaus die Partnerschaftsurkunde für das deutsch-polnische Projekt „Zwei Orte mit Geschichte“.
Neubrandenburg und Stargard Szczeciński werden in diesem gemeinsamen Projekt den Umbau, die Modernisierung und den Ausbau der Bastei in Stargard Szczecinski (360 m²) und die Herstellung der Museumsfunktion im Neubrandenburger Franziskanerkloster (840 m²)  durchführen.
Ziel dieses Projektes ist die Installation zweier korrespondierender Ausstellungen auf Erweiterungsflächen in zwei historischen, denkmalgeschützten Gebäuden der Backsteingotik, dem Franziskanerkloster und der Bastei. Sowohl die Ausstellungsinhalte, die Ausstellungs-präsentation als auch die Erarbeitung eines gemeinsamen Marketingkonzeptes zur Sicherung der nachhaltigen Zusammenarbeit.
Die Förderung dieses Pomerania-Projektes für die Laufzeit 2010 bis 2013 wurde durch das Landesförderinstitut M-V bewilligt. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 4,6 Mio. EUR, davon werden 3,9 Mio. EUR aus EFRE-Mitteln bereitgestellt. Neubrandenburg trägt 311 TEUR und Stargard Szczecinski 376 TEUR.
Diese Partnerschaft soll dazu dienen, die kulturellen, menschlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten zu stärken und festigen.