Vor wenigen Jahrzehnten noch ein bescheidenes Dörfchen, bietet sich heute ein fast exklusiver Wohnplatz am Stadtrand von Neubrandenburg mit einem schönen Badestand am Tollensesee dar, wo kaum noch etwas daran erinnert, dass sein Prämonstratenser – Kloster in der Kolonisierung des umliegenden Landes und in der Geschichte der Stadt eine Schlüsselrolle spielte. Die Prämonstratenser entwickelten neben dem Zisterzienserorden, ein Zisterzienser–Nonnenkloster befand sich in Wanzka, und dem Orden der Johanniter, eine Johanniterkomturei bestand in Klein Nemerow, besondere Tatkraft bei der Missionierung der slawischen Länder. Für die Ortsgeschichte der Region um den Tollensesee ist die umstrittene Gründungsurkunde des Klosters Broda aus dem Jahr 1170 besonders wichtig. Mit ihr übereignete der Herzog Kasimir von Pommern (gest. 1180) anlässlich der Weihe des Doms zu Havelberg dem gleichnamigen Bistum Land am Tollensesee und schuf damit die Grundlage für ein Kloster. Die überlieferte Fassung der Urkunde ist zwar eine Fälschung der Mönche aus späteren Jahrzehnten, da hier aber über 30 Dörfer des Umlandes genannt sind, ist sie ein wertvolles Dokument der Siedlungsgeschichte. Es kann angenommen werden, dass die Orte zur Stiftungszeit des Klosters bereits existierten, zumal sich ihre alten slawischen Namen noch heute im Ortsnamen erkennen lassen (beispielsweise Bruode – Broda, Caminiz – Chemnitz, Wogarzin – Woggersin usw.).

Der Orden wählte den Standort seines Klosters mit Bedacht aus. Hier am Nordwestende des Tollense-Sees kreuzten sich bedeutende Handelswege. Außerdem lag das Kloster in seiner Gründungszeit im pommerschen Grenzland zum Rivalen Brandenburg und erfüllte eine Grenzschutzfunktion. Im Zuge der Reformation wurde es säkularisiert. 1551 ging es mit allen seinen verbliebenen Besitzungen an den Landesherren über. Aus dem Kloster Broda wurde ein herzogliches Amt. Schäden an der Bausubstanz dürften im Dreißigjährigen Krieg eingetreten sein. 1631 unternahm der kaiserliche General Tilly (1559–1632) von hier aus den ersten, allerdings noch verfolglosen Versuch, Neubrandenburg zu erobern. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde anstelle des alten Amtshauses ein neues Amts– und Gutshaus errichtet.

Bei bauarchäologischen Untersuchungen des längst leer stehenden und verfallenden Hauses wurden verschiedene Gebäudereste aus der Klosterzeit entdeckt. Besonders beeindruckend sind die Kreuzgewölbe im Keller. Über ihre sinnvolle Nutzung wurde lange nachgedacht und leider noch keine akzeptable Lösung gefunden. Nach Sanierungsarbeiten befinden sich heute Büro– und Tagungsräume im ehemaligen Amtshaus. Der grüne Hügel, durch den „Kulturschutt“ der Jahrhunderte aufgeworfen, wurde in ansprechenden Zustand versetzt. Mit diesem historischen Platz, mit dem attraktiven Belvedere in unmittelbarer Nachbarschaft, dem Brodaer Holz wenige Schritte weiter, dem Strandbad und einer beliebten Ausflugsgaststätte lädt Broda zu allen Jahreszeiten zu einem Besuch.