Auf den südöstlichen Wallanlagen, unweit des Stargarder Tores, steht ein schlichter Gedenkstein aus grob gehauenem Granit mit der Aufschrift: „Den Toten zum Ruhm, den Lebenden zur Mahnung“. Die Abkürzung VVN steht für die „Vereinigung der Verfolgten des Nazi–Regimes“ und ist mit einem roten Dreieck verbunden, dem Kennzeichen, welches die politischen Häftlinge in den Konzentrationslagern tragen mussten. Dieser Gedenkstein erinnert an und ehrt die Opfer jener Zeit.

Um den Menschen zu helfen, die unter Verfolgung und Terror des Nationalsozialismus besonders zu leiden hatten, wurde am 3.Juni 1945 in Berlin ein Hauptausschuss „Opfer des Faschismus“ gebildet. Er wollte die soziale und kulturelle Betreuung der Opfer organisieren, ohne Rücksicht auf deren Parteizugehörigkeit und Konfession. Aus dieser Bewegung „Opfer des Faschismus“ ging 1947 eine politisch selbständig agierende Vereinigung, die genannte VVN, hervor. Sie knüpfte in ihrer Tätigkeit an den von den Überlebenden des KZ Buchenwald am 19. April 1945 geleisteten Schwur an, nicht eher ruhen zu wollen, bis auch der letzte Schuldige des nationalsozialistischen Massenmordes „vor den Richtern der Völker steht“. Der Vereinigung gelang es aber nicht, ihren überparteilichen Charakter zu wahren. Kontroversen belasteten die Organisation, besonders angesichts des beginnenden Kalten Krieges und dem damit verbundenen stärkeren Einfluss der SED in der SBZ/DDR auf die Vereinigung. Die VVN wurde 1953 aufgelöst. Ihre DDR–Mitglieder bildeten das „Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer“.

Auch in Neubrandenburg befanden sich Außenlager der KZ Ravensbrück und Sachsenhausen. Sie waren für viele Häftlinge die letzte Station eines leidvollen Weges. Ihr Schicksal soll nicht vergessen sein. Daran erinnern verschiedenen Gedenkstätten.