Neben der Gedenktafel für Kapitän Pflug im Friedländer Tor ist diese die zweite Tafel, die einem Kämpfer des Dreißigjährigen Krieges gewidmet ist. Heute würden wir den aus dem Ostfriesischen stammenden Reichsfreiherrn Dodo zu Inn– und von Knyphausen (auch Kniephausen geschrieben; 1582–1636) als Berufssoldaten bezeichnen. Der lange Krieg im 17. Jahrhundert bot dem „Glückssoldaten“ verschiedenste Gelegenheiten, den unterschiedlichsten Herren zu dienen. Er wechselte die Seiten wie es sich ihm gerade bot. Unter dem schwedischen König Gustav II. Adolf (1594–1632) begann seine Karriere. Mit den Schweden kam er 1631 nach Neubrandenburg.Hier konnte seine Mannschaft die Stadt gegen die von Westen her anstürmenden Tillyschen Truppen vorerst verteidigen, in dem sie die gegnerischen Soldaten im Stargarder und Werderbruch unter Wasser setzte. Aber dann verließ den kampferprobten Haudegen das Kriegsglück. Die 2000 Mann umfassende schwedische Truppe war den 18 000 kaiserlichen Soldaten unterlegen. Diese eroberten die Stadt und richteten unter den schwedischen Soldaten und unter den Einwohnern ein fürchterliches Blutbad an. In dem historischen Bericht heißt es dazu: „Der Obriste Kniphausen hat auff seiner Poste mit Capitäin Pfluch fürm Friedelandischen Thore ritterlich gefochten, ist gefangen, nackend aussgezogen, dass er nur das leinene Beingewand, und einen Strumpff anbehalten, und also nackend ans Marckt in ein Hauss geschlepffet ...“ Knyphausen wurde auf die Burg Stargard gebracht und später gegen drei kaiserliche Oberste ausgetauscht. Anfang des Jahres 1636 fiel Knyphausen in einer der unzähligen Schlachten dieses schlimmen Krieges.Die Gedenktafel befindet sich seit kurzem wieder am alten Platz in der Rostocker Straße, jetzt am neuen Hotel Jahnke. Früher stand hier das beliebte Lokal „Büngers Garten“.