Im Frühjahr 1943 kamen die ersten 200 Frauen aus dem KZ Ravensbrück in der Neubrandenburger Rüstungsindustrie zum Einsatz. Ihre Zahl erhöhte sich in den folgenden Monaten auf ca. 5000. Ihre Lebens– und Arbeitsbedingungen waren katastrophal, besonders für die Frauen, die im Nemerower Holz das sogenannte Waldbaulager errichten, dort leben und in den unterirdischen Werkstätten arbeiten mussten. Für wichtige Abteilungen des Rüstungsbetriebes „Mechanische Werkstätten Neubrandenburg“ mussten in den letzten Monaten vor Kriegsende im Waldstück nahe Tannenkrug kurzfristig unterirdisch gelegene und entsprechend getarnte Produktionsstätten angelegt werden.

Viele Frauen starben an Entkräftung und durch Krankheit. Ihnen und ihren Gefährtinnen, welche auf den berüchtigten Todesmärschen aus dem KZ Ravensbrück in Neubrandenburg ums Leben kamen, ist eine Gedenkstätte an Rande der Oststadt hinter dem Neuen Friedhof gewidmet. Die Anlage gestaltete der Künstler Arnd Wittig (geb. 1921). Zu ihr gehören die Plastik „Mutter“, eine Gedenktafel und das Relief „Ravensbrück“. Die Plastik steht am Rande des Mühlendamms, an dem Platz, an welchem etwa 90 Frauen aus dem KZ Ravensbrück ruhen, die kurz vor Kriegsende, offensichtlich in den Außenlagern Neubrandenburgs, verstarben.