Die Geschichte der Mitbürger jüdischen Glaubens war über Jahrhunderte in Mecklenburg, wie anderswo, eine Geschichte von Verleumdung, Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung.

1864 konstituierte sich in Neubrandenburg eine kleine jüdische Gemeinde. Sie ließ sich 1877 ein Bethaus, die Synagoge, errichten. Das Gebäude besaß eine interessante Architektur, die das Stadtbild bereicherte. In der Pogromnacht vom 9. zum 10.November 1938, in der Nazi–Sprache „Reichskristallnacht“ genannt, wurde das Gebäude ein Raub der Flammen.Die Feuerwehr bemühte sich nur, ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude zu verhindern. Die kleine jüdische Gemeinde musste dann sogar für die Beräumung der Trümmer aufkommen.

Erst im Jahr 1988 wurde in der Poststrasse, dort, wo die Synagoge einst erbaut worden war, eine Gedenkstätte eingeweiht. Ein Gedenkstein – eine Arbeit des Bildhauers Uwe Maroske (geb. 1951) – und eine Gedenktafel riefen zu Toleranz und historischer Besinnung auf. 2008, anlässlich des 60. Jahrestages der Pogromnacht, erfuhr das Areal eine Umgestaltung, die dem Anlass wirklich gerecht wird. Hierher wurden nun auch die letzten, noch erhaltenen Grabsteine des ehemaligen jüdischen Friedhofs in Neubrandenburg umgesetzt.