Archäologische Grabungen im Hof der Oberburg der Burg Stargard, die 1992/93 ausgeführt wurden, ermittelten eine fast 4 m mächtige Kulturschicht über dem eiszeitlichen Urgrund. Die Schicht aus der Slawenzeit war besonders ausgeprägt, was dafür spricht, dass dieser Platz intensiv und sehr lange von Slawen genutzt wurde. Sie gaben der Örtlichkeit auch den Namen: Stargard – das heißt „alte Burg“.

Die Burg lag im Siedlungsgebiet des volkreichen Stammes der Redarier. Dieser hatte sich im Widerstandskampf gegen die deutsche Ostsiedlung ausgezeichnet und nahm deshalb im Verband der wilizischen Stämme, dem Lutizenbund, eine besondere Stellung ein. In seinem Siedlungsraum soll auch das slawische Heiligtum Rethra gelegen haben.

Der alte Siedlungsplatz wurde im 13. Jahrhundert zur Hofburg der brandenburgischen Markgrafen ausgebaut und vom 14. bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts zur herzoglichen Residenz entwickelt. Von hier aus nahmen bedeutende Persönlichkeiten der mecklenburgischen Geschichte ihre Amtsgeschäfte wahr, so Heinrich (II.) der Löwe (gest. 1329) und Albrecht VII. der Schöne (1488–1547). Hier wurden Urkunden ausgestellt, wurde Gericht gehalten, zu Feldzügen gerüstet oder man musste sich vor Eroberern schützend verbarrikadieren. 1726 fand hier der letzte Hexenprozess im Herzogtum Mecklenburg–Strelitz statt.

Die Burg Stargard ist heute die einzige erhaltenen mittelalterliche Höhenburg Norddeutschlands -  mit einem interessanten kulturellen und gastronomischen Angebot.

Ihr Niedergang begann wie der des gesamten Landes im Laufe des Dreißigjährigen Krieges. Der kaiserliche General Tilly (1559–1632) nahm 1631 mit Ross, Reitern und bösen Absichten auf der Burg Quartier und leitete von hier aus die Bestürmung Neubrandenburgs. Von 1603 bis 1702 war die Burg der Sitz der Stargarder Amtshauptleute im Herzogtum Mecklenburg–Güstrow. Zwischen 1702 und 1919 wurde die Burg zum Sitz eines Landdrosten des durch den Hamburger Vergleich 1701 begründeten Herzogtums Mecklenburg–Strelitz. Von hier aus wurde der Landbezirk „Amt Stargard“ verwaltet.
Die Gebäude der Burganlage belegen die Nutzungsänderungen, die Brände, Vernachlässigungen und die Wiederaufbaubemühungen, welche sich in der langen Geschichte immer wieder vollzogen.

Das Hotel "Burghotel Stargard" und die Gaststätte "Alte Müntze" laden zum Verweilen ein. Nähere Informationen unter www.burghotel-stargard.com .