Mit der Einwanderung der deutschen Siedler zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wandelte sich die slawische Kulturlandschaft tiefgreifend. Der militärischen und politischen Eroberung folgten nun die bäuerliche Landnahme und städtische Siedlung. Slawische Burgen, heute als Burgwälle zum Teil noch sichtbar, verloren ihre Bedeutung. Die neuen Bewohner errichteten wehrhafte Steinbauten, denn sie besaßen Erfahrungen im Umgang mit dem Backstein und in der Bearbeitung der Feldsteine. Dabei kam es nicht selten vor, dass vorhandene slawische Burganlagen umgebaut und weiter genutzt wurden. 

 

Die siegreichen deutschen Fürsten strebten danach, ihre Herrschaft zu festigen und besaßen in den Angehörigen des niederen deutschen Adels die erforderlichen Gewährsleute.Diese wirkten als „Locatoren“, in dem sie die Landnahme organisierten und durchführten. Für ihre Verdienste in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den slawischen Stämmen wurden sie nun mit Grundbesitz, Befestigungsrechten, Gerechtsame usw. belohnt. Ihre Burgen waren befestigte steinerne Wohnstätten in dörflichen Siedlungen und oft Zentren von Verwaltungseinheiten (Vogteien). Sehr bald aber versuchte der niedere Adel seine Macht für persönliche Interessen zu nutzen und vor allem seinen begrenzten lokalen Einfluss auf Kosten der Nachbarn auszudehnen. Es begann eine Zeit der endlosen Überfälle, Fehden und lokalen Kriege, unter denen besonders die Bauernschaft und die aufblühenden Städte zu leiden hatten. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts waren es außerdem Auseinandersetzungen zwischen den pommerschen und brandenburgischen Fürsten, die das Land in Mitleidenschaft zogen. Die Burgen des niederen Adels wurden dabei oft zu Grenzburgen befestigt. Die Händel der Ritter und Fürsten führten zum wirtschaftlichen Niedergang des Adels. Zu Ende des 14. Jahrhunderts wurden seine Burgen vielerorts zu Zentren des Raubrittertums. Die Städte litten vor allem unter den unbotmäßig auftretenden, raubenden und brandschatzenden Rittern. Selbst gegen die Landesherrschaft richtete sich dieses Treiben. Von solchen Untaten wurde noch Jahrhunderte später in Sagen und Legenden berichtet. Schließlich gingen Städte und Fürsten untereinander Bündnisse ein, um diesen Missstand zu beenden. Diese Bündnispartner traten immer häufiger erfolgreich gegen die Raubritter an und verwandelten deren Burgen in Schutt und Asche. Mit dem ausgehenden 15. Jahrhundert ging die Burgen– und Raubritterzeit zu Ende. Neue Adelsgeschlechter mit anderen Lebenszielen waren herangewachsen. Gegenüber der neuen Waffentechnik (Feuerwaffen) war die mittelalterliche Burg keine uneinnehmbare Festung mehr.

Wir stellen Ihnen vor: Alte Burg Penzlin, Prillwitz, Stargard und Weisdin.