Ursprünglich gehörten Fangeltürme zu den mittelalterlichen Stadtbefestigungen. In Neubrandenburg gab es zwei solcher Türme. Jener, welcher der Turmstraße (heute der Boulevard) den Namen gab, stürzte 1899 in sich zusammen. Der heutige Fangelturm an Ende der Darrenstraße hieß früher (und jetzt wieder) „Mönchenturm“. Er wurde um 1400 erbaut und misst bis zur Spitze seiner Kreuzblume 25 m, sein äußerer Durchmesser beträgt 6,50 m. Schießscharten erinnern an seinen kriegerischen Zweck, denn er besaß eine genau kalkulierte Funktion im mittelalterlichen Verteidigungssystem. Später, als seine Bedeutung als Wehranlage verloren ging, diente er als Gefängnis.
1845 wurde der Fangelturm gründlich restauriert. Er erhielt sein Kegeldach und den schönen Ornamentkranz aus Backsteinen unterhalb der Zinnen. Durch Umbauten in neuerer Zeit entstand sein unterer Eingang. Ursprünglich musste man sechs Meter hoch steigen, um in den Turm zu gelangen. Heute führen in seinem Inneren 91 Stufen bis zur Aussichtsplattform, denn bei besonderen Gelegenheiten und nach Anmeldung kann der Fangelturm bestiegen werden.
Seit März 2011 befindet ich im Turm eine Multimedia-Präsentation zur Geschichte des Turms und zu seiner früheren Funktion. Damit ist eine weitere Station in der Neubrandenburger Museumsmeile ausgestaltet worden.
Der Schlüssel zum Turm ist bei Verein "Fraueneinfälle" im Wiekhaus11 hinterlegt und kann zu den Öffnungszeiten dort abgeholt werden!

Der Mauerdurchbruch neben ihm stammt aus dem Jahr 1904 und ist mit dem hübschen Torbogen sicher das architektonisch gelungenste „Loch“ in der Stadtmauer.