Auf dem Außenwall zwischen Friedländer Tor und Bahnhof erinnert eine Grabplatte an Johann Gottlieb Pistorius (1708–1780). Er stammte aus Friedland, wurde 1736 Prinzenerzieher am herzoglichen Hof in Mirow, dann Advokat in Neustrelitz. Das Amt als Landsyndikus des Stargardschen Kreises übte er seit 1756 aus und wohnte deshalb in der Vorderstadt Neubrandenburg, mit der er sich in seiner langen Amtszeit eng verbunden fühlte. Ganz den Ideen der Aufklärung verpflichtet, setzt e er sich für eine natürliche und einfache Lebensweise ein, forderte aus hygienischen Gründen die Beerdigung der Verstorbenen auf einem Friedhof außerhalb der Stadtmauern. Er gab dafür selbst ein Beispiel, in dem er mit dem Rat vereinbarte, ihn vor der Stadtmauer auf dem Wällen in „ungeweihter Erde“ beerdigen zu lassen.Dieser Wunsch wurde dem hochgeachteten Menschen und Gelehrten erfüllt. Auf höchst persönliches Verlangen des Landesherrn, Herzog Carl (1741–1816), sollen später die Worte „– und nie vergessen C.H.z.M“ der Grabinschrift hinzugefügt worden sein.

Pistorius sammelte Dokumente zur Landes– und Stadtgeschichte. Seine Materialsammlung war die Grundlage für die erste Stadtchronik Neubrandenburgs, die der sächsische Baron von Hacke 1783 zusammenstellte.