Gegenüber dem Fritz–Reuter–Denkmal, also im Blickfeld seines eigentlichen Spiritus rector, steht seit 1961 der Fritz–Reuter–Brunnen. Er hatte vorher einen anderen, aber ebenso beziehungsreichen Platz in der Nähe von „Dörchläuchtings“ (Adolf Friedrich IV.; 1738 – 1794) Palais auf dem alten Marktplatz. Das Palais ging 1945 im Stadtbrand unter, der Brunnen aber überstand das Inferno. Ihn hatte der Kaufmann H. Carstens anlässlich des 100jährigen Bestehens seines Unternehmens gestiftet. Der Neubrandenburger Bildhauer Wilhelm H. Jaeger (1888–1979) formte den Brunnen aus süddeutschem Muschelkalk. Als Thema wählte der Künstler eine Szene aus Fritz Reuters Buch „Dörchläuchting“, in welcher die selbstbewusste Bäckersfrau „Mudder Schulten“ den Landesherrn zur Zahlung einer längst fälligen Brotrechnung auffordert, der Angesprochene sich aber an nichts erinnern kann.

Dieses heitere Kunstwerk wurde am 31. März 1923 feierlich eingeweiht.