Seit über zweihundert Jahren steht dieses schlichte Denkmal auf den Wallanlagen unweit des Neuen Tores. Es wurde bereits 1776 errichtet, nur wenige Jahre nach dem Tod des deutschen Lieder– und Fabeldichters Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769). Im Verein mit ihrem Herzog Adolf Friedrich IV. („Dörchläuchting“, 1738–1794) stifteten es „verschiedene hiesige Verehrer des verewigten Professors Gellert zu Leipzig“ wie ein Ratsprotokoll vermerkte. Es soll der Freundeskreis um Landessyndikus Pistorius (1708–1780) gewesen sein, der den Anstoß zu diesem ersten öffentlichen Denkmal für den Dichter der Aufklärungszeit in Deutschland gab. Gellert war damals als Autor von Erzählungen, Fabeln und vielen Liedern weithin beliebt und bekannt. Seine Choräle wurden in den evangelischen Gemeinden gern gesungen. Auf einem aus Feldsteinen gemauerten Sockel steht eine verputzte Stele mit einer steinernen Urne, im Zopfstil gestaltet. Die Urne stiftete der Herzog persönlich. Eine Kupfertafel trägt die Lebensdaten des Geehrten und einen kurzen würdigenden Text. Die heutige Urne ist eine Kopie des Originals und wurde 1924 vom Neubrandenburger Bildhauer Wilhelm H. Jaeger (1888–1979) gefertigt. Das Original verwahrt das Regionalmuseum.