Die Ölgemälde und Zeichnungen des norddeutschen Künstlers Caspar David Friedrich (1774–1840) sind weltbekannt. Dass er auch den Entwurf für ein Denkmal in Neubrandenburg lieferte, wissen wohl nur wenige Menschen. Enge Familienbeziehungen verbanden den Künstler mit der Stadt. Er weilte hier mehrmals bei seinen Verwandten und ließ sich von den alten Eichen auf den Wallanlagen, von stimmungsvollen Winkeln an der Stadtmauer und von Blicken in die Weite des Umlandes inspirieren.

Das Denkmal ist dem „Prediger und Seelsorger der hiesigen Marien– und Johannisgemeinde“ Franz Christian Boll (1775–1818) gewidmet.Er war der Vater der Brüder Franz (1805–1875) und Ernst Boll (1817–1868), welche durch ihre Forschungen und Schriften zur Stadtgeschichte, zur Landesgeschichte und zu naturwissenschaftlichen Themen über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden. Der mit dem Denkmal geehrte Pastor wurde von seinen Kirchgemeinden sehr geliebt. Erst 43 Jahre alt, erlag er einer Typhuserkrankung. Die Gemeindemitglieder wollten ihm bereits 1819 ein kleines „Ehrenandenken“ errichten lassen, wofür – wie gesagt – C. D. Friedrich zu seinem Zeichenstift gegriffen hatte. Der Fertigungsauftrag ging nach Sachsen. Aber es blieb nicht bei „klein“, „statt dessen ließen jedoch die Repräsentanten in Dresden eine kolossale Spitzsäule aus Sandstein bauen, solche mit großen Transportkosten und Transitgebühren bis Fürstenberg zu Wasser bringen und von da zu Lande hierher fahren, so dass man bei der Ankunft derselben nicht nur den Ertrag der Kollekte verschlungen sah, sondern ein Minus von mehreren hundert Talern hatte“ hieß es in einem alten Zeitungsbericht. Wer war wohl schuld an dem Malheur? Es soll an der vergessenen Maßstabsangabe gelegen haben.

Erst 1854 wurde das Denkmal an der Südseite der Marienkirche aufgestellt, wo es jetzt wieder nach aufwändiger Sanierung zu finden ist. So wurde der ansehnliche Obelisk aus Elbesandstein mit seiner kaligraphisch gestalteten Inschrift und seinem neugotischen Zierrat zum sprichwörtlichen I–Tüpfelchen der erfreulich schlicht gehaltenen Außenanlagen um die heutige Konzertkirche.