Der berühmteste Dichter niederdeutscher Mundart, Fritz Reuter (1810–1874), hatte sich in Neubrandenburg sehr wohl gefühlt. Hier fand er gute Freunde und die Kraft zu schriftstellerischer Meisterschaft. Als er im Juni 1863 die Stadt verließ, um in Eisenach seinen Wohnsitz zu nehmen, gelobte er in seiner gefeierten Abschiedsrede: „Ich werde nie die freundliche Vorderstadt vergessen mit ihren reinlichen Straßen, mit ihrer schönen Kirche, wie ihrem grünen Eichenkranz, den hellen blauen Spiegel ihres Sees, ihrem Buchenlaub – niemals werde ich sie vergessen.“ Wer seine Biografie kennt weiß, dass das keine leeren Worte waren. Aber auch die Neubrandenburger wollten ihrer Berühmtheit gedenken, über welche sie sich so manche Anekdoten erzählten.Reuterverehrer und –verehrerinnen riefen 1887 zu Spenden für ein Reuter–Denkmal auf und hatten Erfolg. Es wurde am 29. Mai 1893 enthüllt. Wir finden dieses sicher schönste Denkmal der Stadt wenige Schritte vom Bahnhof entfernt am Eingang zu den Wallanlagen umgeben von Blumenrabatten und Ruheplätzen.

Es ist eine Arbeit aus der Werkstatt des Berliner Bildhauers Martin Wolff (1852–1919), der durch seine Familie mit Mecklenburg–Strelitz verbunden war und hier immer wieder Aufträge für neue Denkmale erhielt. So wurde auch das Jahn–Denkmal nach seinem Entwurf gefertigt.