Nach dem Beispiel der Zelter`schen „Berliner Liedertafel“, einem „von Zunftgeist, Freimaurerei und Patriotismus geprägten Männergesangsverein auf gehobenem Bildungsniveau“ gründeten 1829 sangesfreudige Neubrandenburger den Gesangverein „Arion“. Vielleicht inspirierte der Tollensesee zu dieser Namenwahl, hatte doch der Namenspatron, der griechische Sänger und Dichter Arion ein besonders gutes Verhältnis zum Wasser und seinem Getier. Sicher werden die mecklenburgischen Sänger auf ihren Sängerfahrten im großen Ruderboot – ein bis zu 15 Personen fassendes Boot hatte sich der Verein 1848 bauen lassen – nicht auf einen Delfin vertraut haben, der sie nach eventuellem Kentern ans rettende Ufer tragen würde, sondern anderweitig Vorsorge getroffen haben. Ihre Lieder aber klangen gewiss ebenso schön über das Wasser wie die des Sängers Arion.

Als die Nachfahren der Vereinsgründer einhundert Jahre später das Jubiläum des Vereins mit einem Gedenkstein würdigen wollten, wählten sie einen attraktiven Platz am Tollensesee aus, auf dem „Hohen Ufer“, nur wenige Meter unterhalb des Aussichtsturms „Behms Höhe“. Dort steht noch heute ein stattlicher Findling mit dem markigen Spruch: „Im Liede frei / stets deutsch und treu“ und erinnert an diese musikalische Tradition in Neubrandenburg. Von seinem Standplatz aus hat man einen besonders schönen Blick auf den Tollensesee.